Und wieder helfen alle mit

Ab dem 6. Monat

Irgendwie hatte Oudom gemerkt, dass ich Daro beim Reis geholfen habe.

So fragt er scheinheilig am Abend vor dem freien International Womensday, ob ich nicht Lust hätte, ihm am nächsten Morgen auch etwas unter die Arme zu greifen. Da ich eh nichts vor habe, sage ich zu.

Dieses mal kein Reis, wie schade, sondern Heu. Wir schleppen Heuberge von der einen Seite des Hofes auf einen provisorischen Heuschober. Da kommt seine Mutter um die Ecke. Entsetzt sieht sie mich an, schnappt sich einen neonorangenen, karierten Sonnenhut mit Nackenschutz und versucht ihn irgendwie über meinen Dutt zu bekommen. Irgendwann gibt sie auf und der Hut thront einfach ohne Anschluss an meinen Kopf auf dem Dutt. Da muss selbst sie grinsen. Nach ein paar Minuten entscheidet sie, dass auch das kein Zustand ist und verschwindet wieder um einen dehnbaren geblümten Sonnenhut zu holen. Zufrieden betrachtet sie ihr Werk. Dann klettert sie auf den Heuschober und stampft auf dem Heu herum, um Platz für Neues zu sammeln.

Als Oudom irgendwann meine verzweifelten Versuche bemerkt, das Heu auch nur ansatzweise so weit hinten wie er auf den Heuschober zu katapultieren, entscheidet er, ich solle doch lieber seiner Mutter beim herumtrampeln helfen. Da bemerken mich die Nachbarskinder. Ich verbringe also die nächste Stunde auf Heu herumzulaufen und dem kleinen Nachbarsjungen minütlich auf sein stolzes „Hello!“ zu antworten. Auch Oudoms kleine Schwester ist inzwischen dazu gekommen und hüpft jauchzend im Heu herum.

Langsam geht mir die Kraft aus, doch da gibt es schon Mittagessen. Ich bekomme einen gigantischen Berg Reis, denn Weiße essen ja bekanntlich Unmengen an Essen und wieder eine kleine Auswahl an Beilagen. Als ich andeute ich sei voll, guckt Oudoms Mutter unglücklich. Also weiter. Danach bin ich so voll wie ein ausgestopfter Kugelfisch und bin sehr froh über die Mittagspause, die sich bis drei hinzieht. Doch langsam muss ich dann doch wieder heim um meine Stunden für den nächsten Tag vorzubereiten.

Also verabschiede ich mich und komme abermals müde und satt nach Hause. Vielleicht verlängere ich die Mittagspause doch noch ein wenig.

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