Streetfestival

Ab dem 6. Monat

Ich werde von lauten Stimmen geweckt. Verschlafen tappe ich die Treppe hinauf auf die Dachterasse und sehe hinunter auf die Straße. Niemand zu sehen. Da erinnere ich mich, dass die Schule ja auch noch eine Rückseite hat und schlurfe dorthin. Tatsächlich. Hunderte Menschen in weißen Hemden tummeln sich auf der Straße neben und hinter der Schule auf den typisch Kambodschanischen, roten Plastikstühlen. An der Stelle, an der sich die beiden Straßen kreuzen ist eine Art Pavillion aufgebaut, in dem es sich wichtig guckende Mönche und Männer bequem gemacht haben. Das ist also das Fest zur Einweihung der neuen Straßen, die die Mönche in letzter Zeit geteert haben.

Schnell ziehe ich mich an und versuche jemanden zu erreichen, denn alleine gehe ich ungerne auf solche Veranstaltungen. Man wird als einzige weiße doch noch angesehen wie ein Elefant im Eisbärengehege.

Schließlich holt mich Oudom ab. Er versucht es zumindest, aber das Schultor ist abgeschlossen. Von außen. Als dann Sovanred vom Einkaufen zurückkommt und aufsperrt kann ich endlich los.

Männer halten Reden auf Khmer. Wie immer mit möglichst vielen Zahlen, das einzige was ich von dem wichtigen Gerede verstehe. Oudom übersetzt grob: „They say that it is good what the monks do, when they make the streets“

Ah. Wenig Inhalt für drei zwanzigminütige Reden. Doch dann will Oudom Fotos machen. Ich laufe ihm also hinterher nach vorne. Als er aber beginnt auf dem freien Platz vor dem Pavilion herumzuspringen um auch ja die besten Bilder zu bekommen, wird mir das Ganze dann doch zu auffällig und ich verziehe mich in eine Ecke.

Plötzlich stehe alle auf. Und ich: Genau vor den hunderten von Khmers, die genau zu wissen zu scheinen was zu tun ist. So unauffällig wie möglich schleiche ich mich durch den Mittelgang wieder nach hinten.

Doch als schließlich Apsarah Tänzerinnen kommen, zieht mich Oudom wieder nach vorne.

Darüber bin ich jedoch ganz glücklich, denn sie sind wirklich toll.

Schließlich werde ich auch aufgeklärt: Die Mönche sind anscheinend so etwas wie die Obermönche Kambodschas, zusammen mit einigen wichtigen Politikern. Naja, mich haben sie jetzt auf jeden Fall auch kennen gelernt. Zu übersehen war ich ja dank Oudom kaum.

Trotzdem scheint keiner böse zu sein. Lachend klopfen mir alte Nonnen auf ihrem Heimweg auf die Schulter und grinsen mir frech zu.

Spannend war es auf jeden Fall.

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