Paulchen McCartney

Ab dem 4.Monat

Die kleine Katze sieht uns mit großen Augen an. Ihre Kehle entfährt ein Geräusch, welches vermutlich ein Miauen sein sollte, sich aber eher anhört wie ein heiseres Gurgeln. Visal, der Sohn des Haushälters beginnt die Katze mit Teigtaschen zu füttern, die sie -komisch- abwehrt. Währenddessen bemalt er sie mit Edding, was ihrem Zerrupften Aussehen noch das gewisse Etwas verleiht.

Nach einer Weile haben wir Mitleid und nehmen ihm das kleine Kätzchen weg. Es tapst nun unzufrieden auf unserem Schoß auf und ab. Als es am Abend immernoch da ist, gehen wir davon aus, es sei wohl obdachlos und beschließen es zu behalten. Infolgedessen taufen wir es auch gleich auf den Namen Paulchenn MCCartney.

Erst im Zimmer sehen wir die Flöhe. Sie tummeln sich im Katzenfell und versuchen ab und an sich eine neue Bleibe zu suchen.

Also versuche ich sie zu waschen. Unglaublich was für eine Kraft in solch einem kleinen Ding steckt. Die Katze springt, kratzt, faucht und schreit was das Zeug hält, als ich versuche ein wenig Wasser über sie tropfen zu lassen. Als ihre Krallen dann anfangen in der Blechschüssel Geräusche zu verursachen für die Guantanamo bestimmt dankbar gewesen wäre, gebe ich es auf.

Versuch zwei: ich habe der Katze inzwischen Erpressungsfressen hingestellt und versuche mit einer Pinzette die kleinen Biester aus ihrem Fell zu fischen und zu ertränken. Nach ca. zwei Stunden habe ich immer noch nicht alle gefasst. Die Katze wird inzwischen ungeduldig.

Mit der Zeit wird die Katze dann immer hübscher und auch immer lauter. Anscheinend war sie nur zu ausgehungert gewesen um ein anständiges Geräusch von sich zu geben, und muss seine neu gewonnene Fähigkeit möglichst häufig testen. Außerdem sieht sie es auch partout nicht ein, wieso sie in einem Korb, wir aber in einem Bett schlafen sollten. So werden wir regelmäßig von Bissen in Zehen und Finger geweckt, die sie durch das Mosquitonetz hindurch verteilt um auf sich aufmerksam zu machen.

Nach einer Woche stehen wir jedoch etwas ratlos vor ihr. Für das Wochenende wollen wir verreisen, und sie kann natürlich nicht mit. Wir basteln ihr also ein Klo aus Reis und bitten Vibol die Katze zu füttern.

Als wir am Sonntag wieder zurück kommen, ist die Katze verschwunden. Ein Abschiedsgeschenk hat sie uns noch im Reis hinterlassen, doch Paulchen Mc Cartney ist bis heute nicht zurückgekehrt. Vermutlich ist er alleine losgezogen um die weite Welt zu entdecken. Oder er ist Visal zum Opfer gefallen. In diesem Fall muss ich die Wahrheit wirklich nicht wissen.

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